Aus gegebenem Anlass, hier mal ein Augenzeugenbericht zum Polizeieinsatz am Samstag an der Giselastraße. Vergleicht bitte den Augenzeugenbericht und die Youtube Videos mit dem was die Zeitung schreibt, das ist nämlich mal wieder ein Paradebeispiel für selektive Informationsweitergabe. Seid wachsam und engagiert Euch, bevor Ihr bei der nächsten Skatesession von Euren Brettern geprügelt werdet! Polizeiwillkür und Polizeigewalt sind ein ernstes Problem und es liegt an Euch Euren Mund aufzumachen.
Hier der Augenzeugenbericht:
Flashmob der SchülerInnen von mucbrennt:
Es ist 22:20 und ich komme mit der U6 am Goetheplatz an wo sich die Partyguerilla um 22:30 angesagt hat zu der ich mich gesellen möchte. Alles ist ruhig der Bahnsteig sieht aus wie immer bis auf eine zerbrochene Bierflasche deren Inhalt sich über den Bahnsteig verteilt hat. Ich beginne zu zweifeln ob überhaupt jemand kommen wird. Vielleicht sinds dann nur 5 Hanseln die sich um einen Ghetto-Blaster scharen … aber egal ich find die Idee cool und schauen kostet ja nix.
22:30 die angesagte U6 fährt in den Bahnhof ein und in einem Wagon der völlig abgedunkelt ist stehen jubelnde Menschen, die sofort alle Leute auf dem Bahnsteig mit ihrer Euphorie anstecken. Sie springen aus dem Zug, auch in anderen Wagons sind feierwütige mitgefahren, der von mir erwartete Ghettoblaster bildet den Mittelpunkt einer ungefähr 200 Menschen umfassenden Menge. Ich hatte mir alles erwartet nur das nicht. Menschen unterschiedlichster Coleur feiern ausgelassen miteinander. Sie tanzen, sie singen, sie stimmen Sprechchöre an. Einige der Organisatoren haben Rucksäcke dabei wo sie alkoholische Getränke gegen die empfohlene Spende von 2,- ausschenken. Es ist laut es ist lustig es ist UNSERE UBAHN.
14 Minuten später steigen wir in den Zug in die Gegenrichtung. Auch hier werden in den ersten Minuten der Fahrt die Leuchtstoffröhren rausgedreht, sodass wir alle im Dunkeln stehen. Einige Leute singen: Tunnel Tunnel, wenn man rein fährt wird es dunkel wenn man raus fährt wird es hell. An jeder Station werden die neuen Fahrgäste mit großem Gejohle empfangen und meistens sofort von der Stimmung mitgerissen. Dann erreichen wir die Giselastraße und jemand gibt Kommando zum Aussteigen. Wir stehen auf dem Bahnsteig sind alle etwas verwirrt schließlich sollte es ursprünglich bis zur Münchner Freiheit weitergehen, aber egal schließlich hat das hier auch etwas mit nem Flashmob zu tun.
Als die U-Bahn in die Gegenrichtung einfährt sehe ich plötzlich ca. 6 Polizisten die Treppe runterkommen und denk mir erst nur ach kuck kaum gibts n bissl Menschenauflauf sind die auch da. Wir steigen in die eben eingefahrene U-Bahn, die jedoch nicht weiterfährt sondern stehenbleibt. Die Polizisten gehen auf einige der Fahrgäste und mutmaßliche Mitfeiernde zu reden mit Ihnen mehr krieg ich nicht wirklich mit bis plötzlich direkt hinter mir ein junger Mann von einem Polizisten aus der U-Bahn gezerrt wird auf den Boden gerissen und verprügelt. Sofort kommen noch mehr Polizisten ihrem Kollegen zu Hilfe knien auf dem Jungen halten ihn fest. Wir springen raus die ersten zücken ihre Foto-Handys wir schreien und rufen aber es hilft nichts wir werden nur zurückgedrängt mit den Worten hier gibt es nichts zu sehen. Mehrmals prügeln an verschiedenen Stellen Polizisten auf Fahrgäste ein knien auf ihnen etc. Ich sehe wie ein junger Mann sich schützend vor seine Freundin stellt der Polizist reißt ihm die Bierflasche aus der Hand sie fliegt direkt mir gegen die Kniescheibe meine Hose ist naß der Typ wird gegen die U-Bahn geschleudert und stößt sich den Kopf neben mir will das einer fotografieren sofort kommt ein Zivi-Bulle und mein es gibt hier nichts zu sehen sie brauchen hier nichts zu fotografieren und schon gar nicht wenn meine Kollegen in Uniform drauf zu sehen sind (gibt es ein Gesetz, dass verbietet Uniformierte zu fotografieren!??!? und wenn ja … sofort abschaffen!) Das Ganze gerät immer mehr außer Kontrolle. In der U-Bahn stehen ältere Mitbürger die die jüngeren auffordern auszusteigen und mitzuhelfen, die selber die Polizisten anschreien, was diese Willkür soll. Das hilft aber nichts.
Irgendwann als das schlimmste Aggressionspotential draußen ist wollen wir versuchen den U-Bahnhof zu verlassen aber da kommt schon das USK und die Ausgänge sind versperrt, also bleibt uns nichts übrig als zu warten bis die U-Bahn endlich weiterfährt. Als dies geschieht sehen wir im Wegfahren dass auf die vielleicht 40 verbliebenen im Bahnhof noch immer 20 Beamten warten … Ich möchte vielleicht gar nicht wissen was dann noch geschehen ist.
Wer mir nochmal kommt mit wir sind in einem so … freien Staat und haben ja unsere Rechte dem Kotz ich ins Genick.
Hier die Videos:
Wie Ihr deutlich sehen könnt, braucht es mehrere Münchner Polizisten um einen Münchner Jugendlichen zu verprügeln.